Der Schlemmer – Malkurs in der Provence

 

Aus schweizer und aus deutschem Land

Sich eine Hand voll Menschen fand,

Der Kunst zu frönen  und dem Essen

Und Alltagssorgen zu vergessen.

 

Die Reise ging in die Provence
In eine alte Residence.
Ein Schloss so wie in unsern Träumen,

mit breiten Treppen, alten Bäumen.

Der Walter mit der Künstlersträhne
Hat in der Küche die
Domaine.
Der Kari, unser Oberlehrer
Hat's mit der Malkunst bei uns schwerer.

Der frühe Start der Weyermannen
War gespickt mit manchen Pannen:

Der Bus, den man gar früh bestellt
Hat zu Beginn dann doch gefehlt.

 

Ein Deckel, ohne grossen Wert
Schmorte mit im heissen Herd.

An Wein, da herrschte keine Not,

Doch Mangelware war das Brot.

 

Die Muscheln, auf die man erpicht
Blieben viele einfach dicht.

Doch war das Essen allgemein
Für alle letztlich wirklich fein.

 

Als Dessert folgte auf dem Fuss

Ein zuckersüsses Apfelmus,

Weil Godi, der das Werk kreierte

Sich beim Verhältnis sehr stark irrte.

 

Das Ganze mit Créme fraïche gestreckt

Hat der Josch es dann entdeckt:

"Das sieht ja aus wie Haferschleim,
Am Morgen früh im Altersheim".

 

Der nächste Tag begann famos,

Denn jetzt da ging das Malen los.

Nach Theorie ging es ganz schnelle

Zu ner wunderschönen Stelle.

 

Jeder malte nun sein Werk.

Das schöne Städtchen auf dem Berg.

Die Felsenwand und auch mit Tücke

Eine übergrosse Brücke.

 

Der Kari alle fahren lässt

Am Mittag dann zum Dinkelfest.

Dort waren dann zu unsrer Freude:
Falken, Adler, Rittersleute.

 

Am Abend kochte für die Bande
Der Patrik und die bell' Yolande.

Da gab es dann mit schwarzer Krust'

Eine schöne Entenbrust.

 

Der Ockerbruch am zweiten Tag

Zum Malen keiner missen mag.

Vor brauner Wand und Phallusspitzen

Tun sie mit dem Pinsel sitzen.

 

Am Abend wird es etwas schärfer.

Der Wale kauft ein' Flammenwerfer.

Die Créme brulée steht auf dem Plan

Und das hört sich sehr gut an.

 

Doch diese Köstlichkeit auf Erden

Soll im Ofen steif dann werden.

Doch am Schluss, da ass die Truppe
Statt der Créme nur eine Suppe.

 

Am nächsten Tag blieb Josch zu Hause

Möchte malen in der Mittagspause,

Da merkte er mit grossem Schreck:

Es sind ja Farb' und Pinsel weg.

 

Der Kari hat sie eingesackt,

Mit seinen Sachen eingepackt.

So bleibt der Josch, wie man ihn kennt
In Sachen malen abstinent.

 

Am Abend gibt's ein Lammgericht

Und auch der Käse fehlet nicht.

Als Dessert dann im Apfelbeet
Eine Rotweinbirne steht.

 

Auf fünf Uhr dann die Planung geht,
"Damit ihr mal die Sonne seht !"

Der Kari fragt, quelle Catastophe
Die meisten finden aufstehen doof.

 

Am Mittwoch nimmt die ganze Gruppe

Das Marktgeschehen unter d' Lupe.

Es wird gekauft was schön und gut,

Nur Hans, der findet keinen Hut.

 

Nach der Übung "Nass in Nass"

Macht das Malen doppelt Spass.

Man malt als Beispiel ganze Ketten

lauter bunte Farbpaletten.

 

Der Nachmittag war ruhig still.

Ein jeder machte was er will.

Ob malen, schlafen oder Boul.

Mit einem Wort: Wir waren fuhl.

 

Am Abend gab es Boeuf ganz toll

Aus der grossen Caserolle

Doch die Krönung war dann spat

Walters Mouse au Chocolat.

 

Das Aufsteh'n fiel uns sichtlich schwer

Denn jetzt ging die Fahrt ans Meer.

Dort sassen wir am weissen Strand

Und malten Wellen, Gras und Sand.

 

Die Rückfahrt sie war eine Qual,

Denn der Stau war kolossal.

Der Josch tat auf dem Rücksitz pfuse

Und Vreni sie ruft manchmal "use !"

 

Am letzten Tag gilt's in der Fruh

Zu malen hoch den Mont Ventoux

Mit Blick zum Berg und Felsengrat,

Malt jeder hier im Grossformat.

 

Nach dem Essen das erbaut,

Liegt mancher auf der faulen Haut.

Der Kari seinem Bruder rief:

"Die Créme brulée ging wieder schief!"

 

Am Abend gibt's im kleinen Saal

Noch einmal ein grosses Mahl.

Doch der Abschied winkt schon leise,

Denn morgen geht nach Haus die Reise.

 

Und nach all den vielen Plagen,

Liegt's an uns jetzt Dank zu sagen.

Dem Kari für die Malerei,

Wir sind jetzt motiviert dabei.

 

Dem Wale woll'n wir Lob erweisen

Für die vielen guten Speisen.

Für den Wein, den er verlesen,

Es war ein Genuss gewesen.

 

Unser Godi, frech wie Blocher,

War bei uns der Kaffee-Kocher.

Ihm gebührt besond'rer Dank.

Macht er uns auch manchmal krank.

 

Euch allen möchte ich Danke sagen

Es war sehr schön an allen Tagen.

Bevor wir auseinander gehen,

Freu'n wir uns aufs Wiedersehen.

 

Ein Jeder blickt mit Freud' zurück.

Es waren Tage voller Glück.

Ergreift das Glas mit Saft von Reben:

Uns're Gruppe, sie soll leben !!!

 

 

7.9.2007
Josef Burkard